Bildungscampus Wittstock/Dosse

Bildungscampus-Ü

Die Stadt Wittstock/Dosse plant auf dem Gelände der Alten Tuchfabrik am Dosseteich die Errichtung eines modellhaften Bildungsstandorts – den Bildungscampus Wittstock/Dosse.

 

Das Thema der Bildung entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Zukunftsfeld kommunalen Handelns. Besonders im ländlichen Raum bietet eine hochwertige Bildungslandschaft die Chance, bei spezifischen ländlichen Problemlagen gegenzusteuern: so ist es das Ziel, jungen Menschen eine dauerhafte Perspektive in der Region aufzuzeigen, mit zielgerichteten Bildungsangeboten den Wirtschaftsstandort zu qualifizieren und gleich­zeitig die Attraktivität von Stadt und Region als Wohn- und Arbeitsstandort nachhaltig zu verbessern.

 

Neben der Entwicklung eines Schulzentrums, das als Ankernutzung für den Standort fungiert, sowie der Unterbringung der Musik- und der Volkshochschule, sollen weitere Nutzungsangebote zur beruflichen Orientierung und Weiterbildung unterbreitet werden, die räumlich und thematisch als Bildungscampus Wittstock/Dosse zusammengefasst werden. Die räumliche Konzentration auf einem Campus ermöglicht dabei kurze Wege und Synergien zwischen den einzelnen Angeboten: Mit dem Bildungscampus Wittstock/Dosse verfolgt die Stadt das Ziel, ein regional einzigartiges und modernes Bildungsangebot zu unterbreiten, welches neben der schulischen Ausbildung auch weitere Aspekte der Bildungsbiografie abdeckt und damit zum Anlaufpunkt für die gesamte Stadtgesellschaft wird.

 

STANDORT

 

Die seit Mitte der 1990er Jahre leerstehende Alte Tuchfabrik am Dosseteich, bestehend aus einem repräsentativen In­dustriegebäude, einem sechsgeschossigen Produktionsgebäude mit Sheddachhallen sowie einer Fabrikantenvilla, befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur historischen Altstadt. Durch die räumliche und thematische Konzentration entfaltet der Standort eine enorme Außenwirkung, die verstärkt wird durch die stadtbildprägenden Industriedenkmale als Wahrzeichen der Stadtgeschichte und des wirtschaftlichen Wandels.

Schwarzplan

EIN MEHRWERT FÜR DIE STADT UND IHRE BÜRGERINNEN UND BÜRGER

Für die Stadt Wittstock/Dosse generiert das Vorhaben in vielen Zusammenhängen einen großen Mehrwert:

  • Schaffung eines Modellprojektes moderner Bildungschancen im ländlichen Raum als Anker und Standortfaktor und Vermeidung von Investitionen in nicht zukunftsfähige Schulstandorte
  • Umfassende Aufwertung des Wohn-, Bildungs- und Wirtschaftsstandorts Wittstock/Dosse, Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region
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  • Erhalt eines wichtigen, stadtbildprägenden Denkmals
  • Aufwertung des historischen Stadtzentrums durch Verlagerung und Bündelung unterschiedlicher Nutzungen

SCHULZENTRUM

Die Ankernutzung auf dem Bildungscampus ist das zukünftige Schulzentrum, welches durch die Zusammenführung der Dr.-Wilhelm-Polthier-Oberschule und der Diesterweg-Grundschule sowie dem Hort der Kita Kinderland gebildet wird. Das in Primar- und Sekundarstufe jeweils dreizügige Schulzentrum soll zum Schuljahr 2026/2027 als Ganztagsschule mit Verpflegung und ergänzenden Bildungs- und Betreuungsangeboten eröffnet werden. Dadurch sollen zeitliche Freiräume für die pädagogischen Fachkräfte sowie für die Schülerinnen und Schüler eröffnet werden, die die Schule zum Lern- und Lebensort machen und den Wechsel von Arbeits- und Erholungsphasen im Tagesverlauf ermöglichen.

Mit dem Aufbau eines neuen Schulzentrums verfolgt die Stadt Wittstock/Dosse zwei Zielstellungen: Zum einen reagiert sie auf die baulichen und funktionalen Mängel an den bisherigen Schulstandorten und den daraus resultierenden Handlungsbedarf: Bei den zwei bestehenden Schulen ist der Investitionsbedarf enorm, während die im Ergebnis dieser Investitionen zu erwartende Qualitätssteigerung aufgrund der Standortbedingungen oder der Bausubstanz sehr begrenzt wäre. Zum anderen bietet das neue Schulzentrum die Chance, mit modernen Räumlichkeiten und pädagogischen Konzepten ein weit über die Stadtgrenzen ausstrahlendes Bildungsangebot zu formulieren.

Die allgemeinen Unterrichtsbereiche sind in Lerninseln angeordnet, in denen sich um ein gemeinsames Forum jeweils drei Klassenräume sowie Teilungsräume gruppieren. Das Forum wird in die pädagogische Arbeit eingebunden und dient auch als Aufenthaltsraum und Begegnungsort. Auf jeder Etage wird es einen Ruheraum geben. Es werden auch Werkstätten und eine Lehrküche eingerichtet, die allen Jahrgängen zur Verfügung stehen. Ein Bewegungsraum und eine Bibliothek ergänzen das vielfältige Angebot und stehen auch für die Nutzung durch den Hort zur Verfügung. Für die Lehrkräfte stehen großzügige Arbeits-, Begegnungs- und Beratungsräume zur Verfügung, die den Austausch und die Zusammenarbeit begünstigen. Des Weiteren sieht das Raumprogramm eine Mensa und eine Aula vor, die für größere Veranstaltungen zusammengeschaltet werden können.

Im Schulzentrum werden bauliche und strukturelle Voraussetzung für die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit körperlichen Einschränkungen und sonderpädagogischem Förderbedarf geschaffen. Dies beinhaltet einerseits die voll­ständige Barrierefreiheit der Gebäude und Außenbereiche und andererseits die Aufnahme von inklusionsspezifischen Räumlichkeiten in das Raumprogramm: zum Beispiel die Schaffung von Ruheräumen, Therapieräumen und Räumen für Sonderpädagogen.

Was bisher geschah? Wie geht es weiter?

2015

Das Projekt wird im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (INSEK) 2015 als ein zentrales Vorhaben festgelegt und durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen.

2016

Die Stadt erwirbt das Grundstück und es folgt die Aufnahme in das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz.

In einer Machbarkeitsstudie werden die baulichen Rahmenbedingungen untersucht und die Eignung des Standortes für die geplanten Nutzungen bestätigt.

2017

Es erfolgt der Abbruch störender, nicht denkmalrelevanter Nebengebäude sowie erste bauliche Sicherungsmaßnahmen.

2018

Die Nachhaltigkeit der Einrichtung des Schulzentrums wird in einer Schulstandortsplanung untersucht und erwiesen. Es wird eine Prognose der Schülerzahlen bis 2035 angefertigt, in der die zukünftigen Bedarfe genauer qualifiziert werden.

2019

Die Machbarkeitsstudie wird fortgeschrieben, um die Passfähigkeit des Standortes auch unter den aktuellen Voraussetzungen zu bestätigen.

Die Büros Numrich Albrecht Klumpp (Objektplanung) und KuBuS (Freianlagenplanung) aus Berlin belegen den 1. Platz des nichtoffenen interdisziplinären Realisierungswettbewerbs nach RPW 2013 und erhalten den Auftrag für die Erarbeitung der Planungsleistungen.

2020

Die Prognose der Schülerzahlen bis 2035 wird mit aktuellen Bevölkerungszahlen fortgeschrieben und überprüft.

In Abstimmung mit den Planerinnen und Planern wird das Raumprogramm in enger Zusammenarbeit zwischen Schulträger, Schulleitungen, Hortleitung, Elternvertretungen, Landkreis und politischen Vertretern weiterentwickelt und konkretisiert. Gleichzeitig wird das Standortkonzept des gesamten Bildungscampus vertieft.

2021

Die Prognose der Schülerzahlen bis 2035 wird mit aktuellen Bevölkerungszahlen fortgeschrieben und überprüft.

Die Vorplanung mit Kostenschätzung wird vorgestellt.

Die Stadt Wittstock/Dosse erarbeitet ein Gesamtfinanzierungskonzept aus und betreibt Fördermittelakquise.

2022

Die Städtebauliche Zielplanung für die Gesamtmaßnahme wird fortgeschrieben. Damit wurde das Konzept vertieft und die Fördervoraussetzungen in den Programmen der Städtebauförderung erfüllt.

Die Entwurfsplanung mit Kostenberechnung wird vorgestellt.

Mit der vorgezogenen Sanierung des Daches des sechsgeschossigen Produktionsgebäudes beginnt der erste Bauabschnitt.

2023

Genehmigungsplanung/Bauantrag

2024

Vergabe der Bauleistungen

2026/2027

Zum Schuljahresbeginn wird das Schulzentrum eröffnet.

 

WETTBEWERBSENTWÜRFE

Quelle: Numrich Albrecht Klumpp

WW-Entwurf1
WW-Entwurf2