Georg Marschall Wittstocker Maler, kaiserlicher Hofmaler

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Georg Marschall wurde als neuntes Kind einer vielköpfigen Familie am 18. August 1871 in Wittstock geboren. Die ersten künstlerischen Anregungen gab ihm sein Zeichenlehrer Kremp: der erkannte seine außergewöhnlichen Fähigkeiten und sorgte für einen Platz als Schüler der Zeichenschule an der Akademie der Künste in Berlin. Schon nach Ablauf eines Jahres errang er dort einen Staatspreis für die Bildhauerei. Die Senatoren der Akademie, darunter Adolph von Mentzel und Anton von Werner, rieten ihm, bei der Bildhauerei zu bleiben, aber Georg Marschall blieb bei seinem Vorhaben, Maler zu werden. Als Meisterschüler von Werners erhielt er in fünf Jahren neun Staatspreise. Es begannen dann seine Jahre des Erfolges, in denen er als Schöpfer gewaltiger Historienbilder mit vollstem Recht im In- und Ausland gefeiert wurde. Gleich sein erstes Bild machte ihn auf einen Schlag berühmt und brachte ihm den preußischen und belgischen Staatspreis ein. Dann entstanden viele berühmte Gemälde wie z.B. "Christus in Gethsemane", "Friedrich der Große", "Christus vor Pilatus" und es entstanden viele Portraits wie z.B. "Bischoff Heinrich I. von Havelberg verleiht das Städterecht an die Wittstocker Bürger", auch das "Jahn-Körner-Friesen-Denkmal" in Wittstock wird der Nachwelt Kunde geben von der ebenso einzigartigen Begabung als Bildhauer. Dann wurde aus dem jungen Künstler ein ausgesprochener Landschaftsmaler, er schuf etwa 180 große Gemälde. Nicht nur der Kaiser, sondern auch deutsche Fürsten erwarben die schönsten Stücke dieser Sammlung, allein der Herzog von Cumberland kaufte 21 Gemälde, mit einem Schlage wurde Marschall der damals führende Maler. Er erhielt dann den Ruf, den König und die Königin von Portugal zu malen und anschließend den König Alfons XIII. zu porträtieren. 1914 trat er plötzlich wieder als Bildhauer ein und schuf das gewaltige Hindenburg-Denkmal in der Siegeshalle zu Berlin. Anschließend entstand das Riesenpanorama "Englische und französische Flieger im Kampf mit Boelcke und Immelmann am Himmel" mit einer Länge von 180m und einer Breite von 19m. Nach dem Krieg erfolgte eine restlose Auseinandersetzung mit seiner Kunst, aber er überraschte immer wieder durch die geniale Art seines Schaffens. 1956 in Feuchtwangen verstorben